Der MedienStandard Druck definiert in Deutschland die Vorgaben und Toleranzen für den digitalen Kontraktproof. Er bildet die Voraussetzung für firmenübergreifende Proofstandards. Je nach Papier lassen sich im Druck mehr oder weniger intensive Farben wiedergeben. Diese Eigenschaft von Papieren muss bereits bei der Reproduktion und beim Proof berücksichtigt werden. Zur Vereinfachung des Arbeitsablaufes werden bei der Vielzahl der am Markt angebotenen Papiere nur wenige Papierklassen unterschieden. Für jedes Papier gibt es Vorgaben für die Volltonfärbungen und deren Mischfarben im Lab-Farbraum.

Stand September 2015 handelte es sich dabei um folgende Papiertypen.

Papiertyp 1: Glänzend gestrichen, weiß, holzfrei, ca. 115g/m2, ICC-Profil: ISO Coated v2 (ECI)
Charakterisierungsdaten: FOGRA39
Papiertyp 2: Matt gestrichen, weiß, holzfrei, ca. 115g/m2 ICC-Profil, ISO Coated v2 (ECI)
Charakterisierungsdaten: FOGRA39
Papiertyp 3: aufgebessert glänzend gestrichen, LWC , ICC-Profil: PSO_LWC_Improved_eci
Charakterisierungsdaten: FOGRA45
Papiertyp 4:Ungestrichen, weiß, Offset, ca. 115g/m2, ICC-Profil: PSO_Uncoated_ISO12647_ eci.icc
Charakterisierungsdaten: FOGRA47
Papiertyp 5: Ungestrichen, gelblich, Offset, ca. 115g/m2, ICC-Profil: ISOuncoatedyellowish.icc
Charakterisierungsdaten: FOGRA30

Wir proofen für sie diese Druckbedingungen.

Neue Druckbedingungen für ISO 12647-2:2013(FOGRA 51/52)
Am 30.09.2015 stellten die Projektpartner FOGRA, ECI und bvdm das erfolgreiche Ergebnis des Fred15-Projekts vor: neue FOGRA-Charakterisierungsdaten und ECI-Offsetprofile nach der 2013 revidierten Druckprozessnorm 12647-2:2013 auf premium gestrichenem (FOGRA51) und holzfrei ungestrichen weißem Papier (FOGRA52).

PC 1: Premium gestrichenes Papier, ICC-Profil: PSO Coated v3
Charakterisierungsdaten: FOGRA51

PC 5: Holzfrei ungestrichenes weißes Papier, ICC-Profil: PSO Uncoated v3
Charakterisierungsdaten: FOGRA52

FOGRA51 (PSO Coated v3) wird perspektivisch FOGRA39 (ISO Coated v2) vollständig ablösen. Mit einer Übergangsphase von ca. 2 Jahren muss gerechnet werden, d.h. FOGRA39 (ISO Coated v2)
kann zunächst weiter eingesetzt werden.
FOGRA52 (PSO Uncoated v3) erweitert das Spektrum weißer ungestrichener Offsetpapiere (Papiertyp 4) um stärker optisch aufgehellte Papiere.

Hintergrundinformationen
Mit der Verabschiedung der Lichtnorm ISO 3664:2009 finden in Drucksaal und Druckvorstufe vermehrt neue Leuchtmittel Verwendung, die sich von der bisherigen Norm vor allem Im UV-Anteil deutlich unterscheiden. Diese neuen Leuchtmittel haben einen besser definierten, aber auch wesentlich höheren UV-Anteil als das Normlicht der vorherigen Generation. Dies hat zur Folge, dass optisch aufgehellte Auflagenpapiere (FOGRA51,52) nun wesentlich weißer erscheinen als unter älteren Normlichtkabinen, während nicht oder wenig aufgehellte Proofpapiere nun deutlich gelblicher als Offsetpapiere erscheinen können. Parallel zur Änderung der Lichtnorm wurde die ISO 13655 um die Messbedingung M1 erweitert, die ebenfalls einen definierten und höheren UV-Anteil in der Lichtquelle enthält als ältere Messgeräte, die nach der sogenannten M0-Messbedingung beleuchten (undefinierter und in der Regel niedrigerer UV-Anteil). Hiermit wird eine gute Übereinstimmung zwischen visueller Bewertung unter neuem Normlicht und der farbmetrischen Messung erreicht. Um den kommenden messtechnischen Anforderungen gerecht zu werden sind am Markt Messgeräte wie zum Beispiel das XRITE i1PRO2 (EFI ES2000) erhältlich, die in der Lage sind M1, M0 sowie M2(UV-Cut) zu messen. Neue Charakterisierungsdaten und entsprechende Farbprofile (Fogra51 für gestrichene Papiere und Fogra52 für ungestrichene Papiere) stellt die FOGRA und das ECI auf ihren Webseiten kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Neue Proofsubstrate und Fiery XF unterstützen neue Fogra-Standards 51/52
EFI Proof Paper 8245OBA Semimatt
Das EFI Proof Paper 8245OBA Semimatt wurde speziell entwickelt für das Proofing aufgehellter, gestrichener Auflagenpapiere. Wie das EFI 4245 besitzt es eine Grammatur von 245 g/m. Der Weißpunkt dieses semimatten Papiers liegt sehr nahe an den Werten des FOGRA51-Profils und ermöglicht damit das Proofing nach FOGRA51 ohne Papierweißsimulation. Das Papier ist nach der ISO 12647-7 Substrat zertifiziert. Alle, die weiterhin nach dem alten Standard Prüfdrucke z. B. unter FOGRA39 erstellen müssen oder wollen und das ohne Papierwechsel, können das neue EFI 8245 auch dafür verwenden.

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EFI Proof Paper 8175OBA Matt
Für das Proofing ungestrichener, stark aufgehellter Auflagenpapiere gibt es nun neben dem bekannten, aufhellerfreien Proofpapier EFI9120XF das EFI 8175OBA. Dieses 175 g/m. schwere, matte Papier kann für die neue Fogra52 eingesetzt werden.
Tecco stellt sämtliche Rollenbreiten und wie gewohnt die Standardformate in Blattware zur Verfügung. Sämtliche Zertifizierungen wie Fogra-, PEFC- bzw FSC sind als Rückendruck auf den Papieren vorhanden.
Für Anwender, die Ihre Proofingumgebung nicht umstellen, sind die bewährten Proofpapiere – wie zum Beispiel EFI Proofpaper 4245 oder EFI 9120XF – weiterhin verfügbar.

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Welche Parameter müssen auf einem Proof enthalten sein?
Auf jedem Proof muss eine Kontrollzeile mit dem Namen der geprooften Datei, dem Datum und den verwendeten Farbprofilen vorhanden sein. Dies ermöglicht eine schnelle Kontrolle, welche Version einer Datei wann geprooft wurde, und ob die verwendeten Farbprofile auch die richtigen für den Papiertyp und das Proofmedium sind.

Der UGRA/FOGRA-Medienkeil V3 muss auf jedem Proof vorhanden sein.
Dieser ermöglicht die messtechnische Überprüfung der Farbigkeit eines Digitalproofs in Bezug auf den jeweiligen Papiertyp. Dafür wird der Medienkeil des Proofs mit einem Spektralfotometer vermessen. Die Messergebnisse werden dann mit den Vorgaben für den jeweiligen Papiertyp verglichen.

Folgende Vorgaben der ISO 12647-7 und des MedienStandard Druck 2008 gelten für einen farbverbindlichen digitalen Prüfdruck (alle Druckverfahren).
1. Statusinformationen und UGRA/FOGRA-Medienkeil V3 nicht getrennt vom Prüfdruck
2. Weispunktsimulation (Bedruckstoff) DeltaE ab <= 3
3. Mittelwert über alle Felder: DeltaE ab <= 3
4. Maximale Abweichung der Primärfarben: DeltaE ab <= 5
5. Maximale Abweichung aller Felder: DeltaE ab <= 6
6. Maximale Abweichung der Primärfarben: DeltaH <= 2,5
7. Mittelwert über alle Bunttonfelder: DeltaH <= 1,5